8. Anmerkungen

  1. Der vorliegende Artikel ist eine überarbeitete Fassung eines Vortrages auf der Tagung 'Perspektiven der Psychomotorik' in Bad Orb, 13.12.1998. Vgl. auch die Tagungsdokumentation der Orber fachtagungen: Stefan Kuntz, Wolfgang Dietrich (Hrsg.) 'Psychomotorische Perspektiven'. Dokumentation 1968-1998 der Tagungsreihe 'Sport als Lebenshilfe für Behinderte', Evangelische Akademie Hofgeismar. Reihe Hofgeismarer Protokolle, Kassel 1999 i.V.


  2. Der Begriff 'Meisterlehre' ist in diesem Zusammenhang kritisch zu hinterfragen, weil er die neuere Säuglingsforschung (vgl. Papousek /Papousek in Petzold. 1995, 123ff; Petzold 1993a, 1995; auch Milani Comparetti in: v. Lüpke/Janssen 1995 u.a.) in diesem Zusammenhang nur unzureichend zur Kenntnis nimmt, wie intuitive Kompetenzen unserer Arbeit, Blickkontakt, taktiler, tonischer Dialog, u.a. Dies bedeutet nicht, daß Jonny Kiphard uns nicht entscheidend pädagogische und psychomotorische Impulse gegeben hat.


  3. Mit diesen Namen und aus diesen Richtungen hat sich nicht nur die Psychomotorik entwickelt, sondern auch andere Richtungen, wie z.B. die Konzentrative Bewegungstherapie (Stolze), Sensory Awareness (Selver, Brooks), die Feldenkrais-Arbeit u.a.


  4. Organisatorisch wurde 1976 der Aktionskreis Psychomotorik (AKP) gegründet, 1977 kam es zur MotopädInnenausbildung an der Fachschule in Dortmund, 1978 sind die ersten Kurse der Zusatzqualifikation Motopädagogik entstanden, im gleichen Jahr hat sich die Zeitschrift des AKP in 'motorik' benannt. Zur Verwissenschaftlichung wurde 1983 das Studium der 'Motologie' am 'Institut für Sportwissenschaft' in Marburg/L begonnen.


  5. Das Institut für Bewegungsbildung und Psychomotorik ('I'B'P) München-Gröbenzell hat z. B. schon 1992 mit einer 'Reihe Psychomotorik in Europa' inhaltlich begonnen, Ideen und Austausch zu fördern und Diskurse zu eröffnen. 1992: Ernst J. Kiphard, Deutschland; 1993:Lucien Bertrand, Luxemburg; 1994:Suzanne Naville, Schweiz; 1995:Bernard Aucouturier, Frankreich; 1996:Van Coppennolle, Belgien, i.V.. Ab 1994 kam es dann bundesweit auf organisatorischer Ebene zum Vortreffen Europäischer Initiativen in Marburg, im gleichen Jahr hat sich die 1.Europäische Initiative in München am 'I'B'P getroffen, 1995 kam es zur 2. Europäischen Initiative in Marburg, 1996 der 1. Europäische Kongreß 'Psychomotorik in der Entwicklung' in Marburg. Ziel des Kongresses war auch hier, mehr voneinander zu erfahren, den Austausch zu leben, sich kennenzulernen: Was kann voneinander gelernt werden? Wie kann die Idee der Psychomotorik vereinheitlicht werden? Gibt es eine einheitliche Definition von Psychomotorik ?


  6. KIPHARD hatte in diesem Zusammenhang plädiert, eine tiefenpsychologisch begründete Theorie der Psychomotorik nicht weiter zu verfolgen: "Gemäß dem Grundsatz 'Schuster bleib bei deinem Leisten' wäre es m.E. bescheidener und auch verantwortungsbewußter, auf die psychotherapeutische Richtung innerhalb der deutschen Psychomotorik zu verzichten, es sei denn, man besäße eine Doppelqualifikation" (1991, 34). Diese Aussage läßt sich für die heutige Zeit m.E. nicht mehr aufrecht erhalten.


  7. Vgl. in diesem Zusammenhang auch KIPHARD 1984, 49ff, MATTNER 1987, Stehn / EG-GERT 1987 sowie die 'Ganzheitlichkeitsdebatte', v.a. in der Zeitschrift 'motorik', 1987)


  8. Eine Befragung von 1800 Kindern zwischen neun und vierzehn Jahren in NRW ergab: "Sorge um den späteren Arbeitsplatz äußerten demzufolge 24 Prozent der Kinder, 19 Prozent hatten Angst vor Unfall und Tod. Bei der Befragung gaben 30 Prozent an, sich auf die eigene Familie zu freuen" (SZ, 1998). Eine nicht-repräsentative Umfrage der Süddeutschen Zeitung zu Weihnachten 1998 ergab, daß sich viele Kinder weniger um glitzerndes Spielzeug interessieren, sondern sie freuen "sich vielmehr darüber, daß ihre Mutter sie in die Stadt mitgenommen hat...Die Kinder wollen vor allem eines: Aufmerksamkeit und viel, viel Zeit . Bestätigt wird dies durch eine Erhebung des Vereins 'Mehr Zeit für Kinder', nach der sich nur gut ein Drittel der 2000 befragten Jungen und Mädchen materielle Dinge wünschen, über die Hälfte will einfach 'öfter mit den Eltern zusammen sein'" (KÖHN, 1998; vgl. auch den Kinder- und Jugendbericht des Bundesministeriums 1998).


  9. Vgl. das Modell der '5 Säulen der Identität': a)Säule der Körper / Leiblichkeit, b)Soziales Netzwerk / Lebensumfeld, c)Materielle Sicherheit, d)Arbeit, Leistung, e)Normen, Werte, Einstellungen und Sinn, um die Persönlichkeit in diesen fünf Bereichen näher zu betrachten. (PETZOLD / ORTH 1994; vgl. PASSOLT 1999 i.V. in Verbindung zur Hyperaktivität)


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